Während bei uns der Winter oft nur grau in grau erscheint, suchte die Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV) Dingolfing am vergangenen Wochenende das strahlende Weiß der Berge. Für eine Gruppe von sieben motivierten Jugendlichen und drei Jugendleitern stand eine intensive Ausbildung im Schneeschuhbergsteigen auf dem Programm. Das Ziel: Das winterliche Rofangebirge und die gemütliche Erfurter Hütte als Basislager.
Das Abenteuer begann bereits am Freitagabend. Nachdem der Bus des Kreisjugendrings Dingolfing-Landau sicher am Achensee geparkt war, hieß es: Rucksäcke schultern und Stirnlampen an. In der Dunkelheit stapfte die Gruppe den Berg hinauf. Das Ziel, die Erfurter Hütte (1.834 m), empfing die Wanderer mit wohliger Wärme, bevor alle erschöpft aber voller Vorfreude in die Lager fielen.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Sicherheit. Bevor der erste Gipfel in Angriff genommen wurde, verwandelte sich das Gelände rund um die Hütte in ein Trainingsfeld. Unter der Leitung des erfahrenen Jugendleiters Christian Kiermeier lernten die Teilnehmer den Umgang mit dem LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuche). „Sondieren und Schaufeln sieht einfacher aus, als es ist – das geht richtig in die Arme!“, stellte einer der Jugendlichen fest. Neben der Technik wurde auch theoretisches Wissen vermittelt: Wie beurteile ich das Gelände? Wo lauern Gefahren? Und was sagt uns der Lawinenlagebericht?
Belohnt wurde die intensive Arbeit am Nachmittag mit dem ersten Gipfelerfolg: Bei besten Bedingungen erreichte die Gruppe die Rofanspitze (2.259 m). Der Blick über das Wolkenmeer und die umliegenden Gipfel ließ die Anstrengungen des Aufstiegs schnell vergessen.
Auch der Sonntag wurde effizient genutzt. Nach einer weiteren Ausbildungseinheit zur Geländeeinschätzung und Tourenplanung steuerten die JDAVler die Seekarlspitze (2.261 m) an. Das Gehen mit Schneeschuhen im steileren Gelände forderte noch einmal Konzentration und Kondition, doch das Teamwork in der Gruppe motivierte jeden Einzelnen.
Nach dem Abstieg ins Tal trat die Gruppe am späten Nachmittag die Heimreise an. Müde, aber sichtlich stolz und um viel Wissen reicher, kehrten die Nachwuchs-Alpinisten im KJR-Bus nach Dingolfing zurück. Eines ist sicher: Die nächste Tour kommt bestimmt – und die Jugendlichen sind nun bestens für den Winter im Gebirge gerüstet.