Es gehört schon zur Tradition bei uns, Skitouren in den Lechtaler Alpen zu machen. Unser erstes Tourenziel war das Galtjoch, da waren wir zwar schon öfter, aber es bietet meist gute Bedingungen. Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt, weil der Berg mit einer frischen Schneeauflage glänzte, die Einkehr in der Ehenbichler Alm rundete den ersten Tourentag ab. Nicht alle durften einkehren, der Tourenführer musste sich Ersatzski besorgen, weil ihm bei der Abfahrt die Bindung gebrochen war. Im nahen Berwang wurde er bei einem Skiverleih fündig. Am zweiten Tag wollten wir auf die Reichspitze aufsteigen. Quasi an der Haustüre unserer Unterkunft in Boden, konnten wir die Ski anschnallen. Die Tour begann also vielversprechend. Als nach einer Stunde, der Blick auf den Berg frei wurde, stellten wir ernüchtert fest, dass die Schneelage dort für eine lohnende Abfahrt zu dürftig war. Aber gegenüber im Sattele, sah es nach perfekten Bedingungen aus, also fuhren wir wieder hinunter nach Boden und stiegen dann zum Sattele auf. 20-30 cm Neuschnee lagen unberührt in dem engen Tal. Zunächst mussten wir ordentlich Spurarbeit leisten. Die Abfahrt im Tiefschnee war dann einfach genial. Aber nicht für alle, einem Teilnehmer brach ebenfalls die Bindung und er musste mit einer notdürftig, mit Kabelbinder reparierten Bindung, abfahren. Zu allem Übel zerriss sich der Tourenleiter noch seine Lieblingsskitourenhose an einem fiesen Ast. Nun ja es war Freitag der 13. Am dritten Tourentag steuerten wir die Dremelscharte an. Das oft unangenehm zu gehende Steilstück vor der Hanauer Hütte war diesmal kein Problem. Da das Wetter aber schlecht wurde, machten wir bei der Kälberalm Brotzeit und uns dann fertig für die Abfahrt. Für den letzten Tourentag, fiel unsere Wahl auf den Karleskopf. Schon nach kurzem Zustieg haderten wir mit der Entscheidung. Wir mussten erst lange durch dichten Bergwald aufsteigen um ins freie Gelände zu kommen, eben typisches Lechtaler Tourengelände. Dann taten sich aber wunderschöne freie Hänge auf. Bei schönstem Sonntagswetter konnten wir die Gipfelbrotzeit genießen. Die lange Abfahrt bei Traumschnee und idealen, freien Hängen war wunderbar. Das folgende mühsame Abrutschen durch den Waldgürtel nahmen wir nach dem tollen Erlebnis gerne in Kauf. Für einen Teilnehmer war das eine besondere Herausforderung, weil er sich wegen seiner kaputten Bindung den noch intakten Ski vom Tourenführer ausgeliehen hatte, der aber gut 20 cm länger als sein eigener war, also mit ungleich langen Ski fahren musste. Aber er meisterte das mit Bravour! Eine letzte Einkehr im Namloser Gasthaus beendete die Tourentage. Als Fazit mussten wir auf der Sollseite, zwei gebrochene Skibindungen und eine zerrissene Skitourenhose verbuchen. Auf der Habenseite standen aber dafür wunderschöne Tourenerlebnisse bei herrlichen Schneeverhältnissen und bester Stimmung. Die Tradition mit den Lechtaler Skitouren wird sicher eine Fortsetzung bekommen.