Wie man diese erlebten Skitourentage in Worte verfassen und beschreiben soll, ist nicht sehr leicht. Auch wir fanden kaum welche für diese Tage auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde.
Angekommen, nach einer langen Fahrt, in Arnoga war die Abgeschiedenheit dieses Tales schon spürbar.
Nach einem kurzen Ausrüstungs- und LVS-Check machten wir uns auf in das Val Viola zum Refugio Federico in Dosde. Dies war unsere Unterkunft für die nächsten Tage, aber dazu später noch mehr. Angekommen in der Hütte sagte man erstmals Servus, ein Teil der Gruppe bezog schon mal die Zimmer und machte es sich in der Stube gemütlich. Eine weitere Gruppe ging noch eine kleine Erkundungstour bis zum Val Viola Pass.
Nach einer guten ersten Nacht in unserem geräumigen Zimmer ging es nach dem Frühstück bei traumhaftem Wetter in das Val di Dosde, auf den Pizzo di Dosde. Am Gipfel angekommen, genoss man die Stille um uns. Wir waren die einzigen auf dieser Tour, es war windstill und ein herrliches Panorama mit einer gefühlt endlosen Fernsicht machte uns sprachlos und wir genossen einfach diesen glücklichen Moment. Um uns herum erhoben sich eine der höchsten Berge und Gebirgsgruppen der Ostalpen, die Bernina, Silvretta, Piz Kesch, Ortlergruppe, Adamello, Cima Presanella, Brenta und viele mehr. Das i-Tüpfelchen war dann noch die herrliche Abfahrt mit gutem Pulverschnee bis zur Hütte.
Wieder strahlte am nächsten Tag von früh bis spät die Sonne und man machte sich auf in Richtung Alpe Viola, bei der man dann in das Val Cantone einbog. Wieder war es landschaftlich ein wunderschöner Zustieg bis zur Scharte vor dem Pizzo della Valle. Nach einer dann recht passablen Abfahrt mit leichtem Firn im unteren Teil erreichte man wieder die Hütte und genoss wie schon am Vortag die letzten Sonnenstrahlen auf der Hütten Terrasse.
Am vorletzten Tag stand eine kleine Überschreitung des Piz Cunfin an. Über die Alpe Viola und den südseitigen Anstieg erreichten wir am frühen Mittag den Gipfel. Der Wettergott war auch an diesem Tag wieder auf unserer Seite. Vom Gipfel ging es dann in die Nordseite über schöne Hänge bei teilweise wieder recht gutem Schnee in Richtung Val Cantone. Kurz vor dem Lago di Val Cantone stiegen ein paar aus der Gruppe nochmals auf, um die verlockenden unverspurten Hänge, die man am Vortag von der gegenüberliegenden Seite gesehen hat, noch zu genießen. Leider war der Schnee im oberen Teil ein bisschen Wind gepresst, aber unten ging es dann nochmals recht gut. Kurz vor der Alpe Viola stieg man dann nochmals ein paar Meter auf, um die schönen Firnhänge, die man am Vortag bei der Abfahrt gesehen hat, mitzunehmen. Wirklich kurz vor der Hütte ging es dann rasend schnell, die Wolken verdeckten die Sonne und der Schneefall setzte ein. In der Hütte wärmte man sich dann auf und freute sich wieder auf das hervorragende Abendessen.
Nun aber zur Hütte, ja, diese ist was Besonderes, solch eine findet man eher selten in der aktuellen Zeit, wo Massentourismus und Schnelllebigkeit herrschen. Sie wird von der Familie Greco geführt und es haben nur 25 Personen Platz.Die beiden Söhne mit ihrem Küchenteam zauberten uns jeden Abend ein genussvolles bodenständiges italienisches Menü. Die ruhige, zuvorkommende, liebevolle Art des Hüttenteams ist besonders erwähnenswert und lässt keine Hektik aufkommen, man entschleunigt einfach automatisch selbst.
Leider brach nun auch der letzte Tag an, es hat geschneit und das nicht wenig. Die Hälfte der Gruppe machte sich nochmals zu einer Skitour auf die Punta d’Avedo auf. Anfangs war es noch bedeckt, es schneite noch ein wenig, doch die Sonne kam immer mehr zum Vorschein. Voller Vorfreude war man schon gespannt auf diese traumhafte Abfahrt, denn im oberen Teil hatte es teilweise 40 Zentimeter und mehr geschneit und das bei kalten Temperaturen sowie ohne Wind. Wie sagt man so schön, es war angerichtet. Wie dann die Abfahrt bis zur Hütte letztendlich war, kann man wirklich nicht in Worte fassen!
Nach dem Mittagessen verabschiedete man sich noch vom gesamten Hütten Team und machte sich auf zum Abstieg. Am späten Abend erreichte man wieder gesund die Heimat. An diese Tour wird man sich noch sehr lange erinnern.