Absamer Klettersteig | © Maier Georg

Absamer Klettersteig / Bettlwurfüberschreitung

vom 11. - 12.07.2026

11.07.2026

Tourenleiter: Georg Maier, Ernst Konrad
Teilnehmer: 5

Tag 1:

Am vergangenen Wochenende machten sich 7 DAV’ler auf den Weg, um den Absamer Klettersteig zu begehen. Ausgangspunkt war Hall in Tirol, unser Ziel, die Bettelwurfhütte (2.077 m). Die Schwierigkeit lag diesmal nicht nur an den etwa 1300 Hm Aufstieg mit kompletter Klettersteigausrüstung und Übernachtungsgepäck, sondern auch an der sehr heißen Witterung, denn der komplette Anstieg liegt südseitig. Nach 400 Hm schweißtreibenden Zustieg stieg man in den 600 Hm überwindenden und mit 1300 Klettermetern angelegten Absamer Klettersteig ein. Das heißt, die beiden Klettersteigkarabiner müssen fast 1000 mal umgehängt werden, eine Aufgabe für sich. Der Klettersteig ist mit der Schwierig C eingestuft und vermittelt tolle landschaftliche Eindrücke, die sich mit anregenden Kletterstellen an den südseitigen Felsen abwechseln. Nach dem Ausstieg musste man dann noch 300 Hm bis zur Übernachtungshütte zurücklegen. Der Weg führte teilweiße durch Latschen, hier wurde es dann schon richtig warm.
Von der Sonnenterrasse der Bettelwurfhütte eröffnete sich ein beeindruckender Blick über weite Teile des Karwendels, des Halltals und die Nordkette der Alpen. Ein sehr gutes Abendessen rundete den ersten Tag ab.

Tag 2:

Nach einem ausreichenden Frühstück machte man sich an die nächste Aufgabe, die Bettelwurfüberschreitung. Sie zählt zu den eindrucksvollsten und alpin anspruchsvollsten Gratüberschreitungen im westlichen Teil des Karwendelgebirges in Tirol. Sie verbindet die beiden Gipfel Kleine Bettelwurf (2.650 m) und Große Bettelwurf (2.726 m) über einen schmalen, stellenweise ausgesetzten Grat und bietet spektakuläre Tiefblicke ins Inntal sowie in die schroffen Kare des Karwendels.

Von der Hütte folgte man zunächst dem markierten Steig Richtung Kleiner Bettelwurf.

Der Anstieg erfolgt über steile Felsstufen, Schrofen, kurze Kletterpassagen und mehrere versicherte Stellen. Der Grat zwischen beiden Gipfeln bildet den Höhepunkt der Tour. Charakteristisch waren schmale Gratpassagen, luftige Querungen, ausgesetzte Kletterstellen und kurze Abklettereien. Vom Großen Bettelwurf führt der Normalweg zurück zur Bettelwurfhütte, der nochmal volle Konzentration erforderte.

Nach einer kurzen Stärkung und dem Auffüllen der Wasserflasche machte man sich an den Abstieg ins Tal. So ging ein anregendes, das Herz eines Bergsteigers höherschlagendes Wochenende zu ende.